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Worte des Metropoliten

Eine neue rumänische orthodoxe Kirche in Traunreut (Bayern)

Exzellenz, hochwürdige Väter, sehr geehrte Vertreter des öffentlichen Lebens und der Behörden, geliebte Gläubige,

Christus ist auferstanden!

Wir freuen uns, dass wir heute, am Tag der Himmelfahrt des Herrn nach dem Gregorianischen Kalender, hier in Traunreut zusammengekommen sind - Bischöfe, Priester, Vertreter der lokalen Behörden, Gläubige wie auch Vertreter der Ökumene, um diese Kirche zu weihen, ein wahres kirchliches Kunstwerk, das Vater Constantin Bartoc mit Hilfe seiner treuen Gläubigen und mit Unterstützung der örtlichen Behörden hier zur Ehre der Allerheiligsten Dreifaltigkeit errichtet hat.

Die Weihe einer Kirche ist ein besonderes Ereignis für jede christliche Gemeinde. Der Akt der Kirchenweihe der Kirche von Traunreut, die unter dem Patronat der heiligen drei Hierarchen Basilius des Großen, Gregor des Theologen und Johannes Chrysostomos steht, aber auch einer Ortsheiligen - der seligen Irmgard vom Chiemsee -, krönen alle Bemühungen, die in Liebe und unter großen Opfern vollbracht wurden, damit hier nach der alten Tradition der Holzkirchen im Norden Rumäniens, aber auch nach der alten Tradition des Kirchenbaus hier in Südbayern eine Kirche gebaut werden konnte. So wird die orthodoxe Kirche von Traunreut über die Jahre und Zeiten hinweg eine Brücke zwischen diesen geographischen Regionen mit christlichen Wurzeln darstellen.          

Durch die Weihe empfängt die Kirche eine besondere Gnade. Sie wird dem Herrn dargeboten, Der hier Wohnung nimmt. Mehr noch als der Tempel des Salomos, der nach seiner Weihe voll der Gnade Gottes war (vgl. 3. Kön. 8,11) ist eine christliche Kirche voll der Gegenwart des in der Dreiheit der Personen – des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes – verehrten Gottes. Eine Kirche ist heilig durch die Sakramente, die in ihr vollzogen werden, besonders durch das Sakrament der Eucharistie, außerdem durch die Ikonen, die sie schmücken und durch die liturgische Gegenständen. Deshalb stehen wir auch in Demut vor Gott in der Kirche in dem Bewusstsein, dass wir Gott gegenüberstehen, der unser Gebet erhört. Doch eine Kirche ist auch heilig durch die Gläubigen, die in ihr beten. Die Wärme unserer Gebete zieht die Gnade Gottes auf uns, die alles heiligt, die Menschen wie auch die Natur. Gleichzeitig erneuert der Geist Gottes unser Leben, gibt uns Freude am Leben und an der Arbeit, sowie die Kraft und den Mut, tagtäglich mit den Beschwernissen des Lebens zu kämpfen. Ohne das Gebet nimmt unser Leben ab, es degradiert und wird pervertiert von den Leidenschaften, die die Herrrschaft über uns erlangen.           

Der erste Sinn einer Pfarrei ist es gerade, die Gläubigen in der Kirche zu versammeln, um gemeinsam zu beten und auf das Wort Gottes zu hören, wie es in der Stimme des Evangeliums und der Schriften der Apostel erklingt, aber auch in der Predigt des Priesters, und um sich mit Christus in der Kommunion an Seinem Leib und Blut zu vereinen. Das gemeinsam in der Kirche verrichtete Gebet hat eine gänzlich andere Kraft als das alleine gesprochene Gebet. Unser Erlöser Jesus Christus sagt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen” (Matthäus 18, 20). In der Kirche wachsen wir geistlich miteinander, wir lernen Demut zu üben, aufeinander zu hören und uns in den Dienst der Nächsten zu stellen, die unserer Hilfe bedürfen. Das Modell jeder parochialen Gemeinschaft ist jenes der ersten Christen, von denen die Apostelgeschichte berichtet: „sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet” (Apg. 12, 42) und teilten von ihren Gütern danach, wie jeder  Bedarf hatte. Und indem sie im Gebet beharrlich waren, die Kommunion an Leib und Blut Christi empfingen und nicht an materielle Güter gebunden waren, waren sie „ein Herz und eine Seele” (Apg. 4, 32). Dies ist das große Wunder, das Gott an den Gläubigen tut, die beim Gebet in der Kirche nie fehlen: alle werden zu einer geistlichen Familie, die im Gebet und in der Liebe geeint sind. In der Kirche weitet sich unser Herz und wir fühlen uns alle als Brüder und Schwestern unserer Nächsten, weil wir den Egoismus überwinden, der uns in uns selbst verschließt und uns den anderen Menschen entfremdet. Ja mehr noch: unser von der Liebe Gottes erfülltes Herz erfasst alle Menschen unabhängig von ihrem sozialen , verwandtschaftlichen oder religiösem Stand. Der Erlöser hat vor Seiner Kreuzigung darum gebetet, „dass alle eins seien” (Joh. 17, 21).               

Nun, wir alle sind eins in Christus, wenn wir einander lieben, wenn wir in Frieden miteinander leben, wenn wir einander helfen, wenn wir einander vergeben. Ohne Glauben an Gott und ohne Verbindung zu Seiner Kirche entfremden sich die Menschen voneinander, sie verschließen sich, werden pretentiös und kämpfen gegeneinander.

Ich bin überzeugt davon, dass diese Kirche eine immer größere Zahl von Gläubigen anziehen wird, die in ihr Trost an Leib und Seele finden und auch das seelische Gleichgewicht und ihren Seelenfrieden finden werden, der im Alltagsleben so notwendig ist.

In meiner Eigenschaft als Bischof der rumänischen orthodoxen Gläubigen in Deutschland beglückwünsche ich von Herzen den Hochwürdigen Herrn Pfarrer Constantin Bartoc, der es zuerst in sehr kurzer Zeit geschafft hat, hier in Traunreut eine christliche Gemeinschaft von Gläubigen als lebendige Kirche zu schaffen und zu formen und nun dieses Werk mit dem Bau dieser neuen wunderschönen Kirche krönt, an der sich Himmel und Erde erfreuen. Wir segnen unsere lieben Gläubigen hier in Traunreut, Traunstein und dem Umland, die gemeinsam mit Vater Constantin hier diese Kirche mit ihren Spenden gestiftet und mit der Arbeit ihrer eigenen Hände errichtet haben. Im Holz dieser jetzt geweihten Kirche stecken Seele und Herzblut aller, die zum Bau und zur schmuckvollen Ausgestaltung dieser Kirche beigetragen haben. Ihre Namen sind bereits im Himmel und im „Buch des Lebens” aufgezeichnet. Sie dürfen alle stolz sein auf die große Leistung dieses Kirchenbaus!

Wir danken an dieser Stelle auch allen lokalen Behörden, die von Anfang an dieses Projekt begrüßt und in allen Phasen der Durchführung unterstützt haben. Gott der Herr möge Sie dafür und für alle Offenheit und Hilfe für unsere Gemeinde, die aus gläubigen und fleißigen Menschen besteht, hier segnen und belohnen. Wir danken auch unseren katholischen und evangelischen Brüdern und Schwestern, die uns hier von Anfang an mit geschwisterlicher Liebe aufgenommen haben und uns ihre Kirchen für Gottesdienste zur Verfügung gestellt haben.       

Wir sind als orthodoxe Rumänen sehr aufgeschlossen für den ökumenischen Dialog und nehmen an jedem ökumenischen Treffen in dem Bewusstsein teil, dass die Menschen sich nur im Dialog kennenlernen können und die jeweiligen Werte teilen können.

Gott der Grundgütige und Alllmächtige segne uns alle mit Seiner Gnade unde Seiner Menschenliebe. Amen!

Metropolit Serafim von Deutschland, Zentral- und Nordeuropa

Traunreut, 10. Mai 2018

construimcatedrala.ro