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Worte des Metropoliten

Die Orthodoxie in der deutschen Gesellschaft (Würzburg, 17.11.2016)

Grußwort des Metropoliten Serafim, zum Staatlichem Empfang ehrenamtlicher Mitarbeiter in den Kirchen und Religionsgemeinschaften, Würzburg, 17.11.2016

Exzellenz, sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

liebe Mitbrüder in bischöflichen Hirtenamt,

liebe Schwestern und Brüder,

es ist mir eine außerordentliche Freude auch in diesem Jahr wieder an dem Staatsempfang ehrenamtlicher engagierten Vertreterinnen und Vertretern von Kirchen und Religionsgemeinschaften durch Seiner Exzellenz den Herrn Ministerpräsident Horst Seehofer, teilnehmen zu dürfen. In diesem Jahr sind wir hier in der wunderschönen Stadt Würzburg zu Gast.

Ich freue mich, dass auch orthodoxe Christen verschiedener Abstammungen, heute hier eingeladen sind. Unsere apostolische Tradition und unsere Spiritualität gehören genauso zu den Wurzeln und zur Spiritualität Europas wie die Katholische und die protestantische Traditionen.

Wir stehen heute alle in Bayern, in Deutschland und weltweit vor den gleichen Herausforderungen. Es geht um der gravierenden Säkularisierung unserer Zeiten Antworten zu geben und in besonderer Form missionarisch zu wirken. Gerade die pluralistische Gesellschaft braucht Werte und ein stabiles Wertfundament. Besonders heute, als hunderttausende Flüchtlinge Hilfe suchen, ist die wichtigste Rolle der Kirchen und Religionsgemeinschaften den Menschen Orientierung zu geben für ein gelingendes Zusammenleben in Respekt vor den anderen und vor der Schöpfung, und ihnen beizustehen. Die Religionsgemeinschaften dürfen sich nicht vom Zeitgeist lenken lassen, ein Geist der Furcht, des Individualismus und der Indifferenz, sondern nur vom Heiligen Geist, der ein Geist der Liebe, Freude und Frieden ist.

Die orthodoxe Spiritualität ist besonders eine Spiritualität des Gebets, der tiefen, innerlichen, mystischen Beziehung zu Gott. Das Gebet, dass uns zu Gott und zu den Menschen öffnet, gehört zu unserer Natur, da unser Natur Gemeinschaft par excellence ist. Wir brauchen das Gebet, wie das Atmen selbst. Das Gebet schenkt uns den innerlichen Frieden, da es unser Verstand mit dem Herzen und allen innerlichen Kräften verbindet. Deswegen sollen wir gerade in dieser Zeit der Zersplitterung ganz neu lernen, aus dem Gebet zu leben. Die Christen leben in der Welt, aber ihr Geist ist nicht von dieser Welt. Unsere Hoffnung ist immer der auferstandene Herr Jesus Christus, der uns über das Heute unseres Alltags in das Morgen der ewigen Gemeinschaft mit Gott blicken lässt.

Wir freuen uns sehr, dass der Freistaat Bayern durch Sie, sehr geehrter Herr Ministerpräsident, das ehrenamtliche Engagement so vieler Menschen in Bayern durch diesen Empfang besonders würdigen. In Ihrer Regierungserklärung vor dem Bayrischen Landtag haben Sie gesagt, dass Bayern die sicherste Heimat für alle, die hier leben, ist. Die Kirchen und die Religionsgemeinschaften sind in Bayern stark in Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden verbunden, um das Wohl aller Mitbürger.

Staat, Kirche und Gesellschaft brauchen das Ehrenamt. Wir sind alle aufgerufen, uns zu engagieren und den Mitmenschen zu helfen. Hier sei erinnert an das, was Heiliger Paulus in seinem Brief an die Galater schreibt:

„Lasst uns aber Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen. Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen!“ (Epheser 6, 9-10)

Mit diesen Worten möchte ich schließen und Ihnen, hochgeehrter Ministerpräsident, sowie allen hier Versammelten und allen ehrenamtlich engagierten Menschen in Bayern Gottes reichen Segen wünschen: Gott segne uns alle in unserer Arbeit für die Menschen und für die Gesellschaft!

 

 

 

 

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