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Pastoralbriefe

Freude, die dem Leid entspringt - Ostern 2006

 „Wahrhaftig kam durch das Kreuz Freude für die ganze Menschheit“  (aus den Oster-Gesängen)

Sehr fromme Väter, geliebte Gläubige,

Christus ist auferstanden!

Voller Freude feiern wir heute mit Herz und Seele die Auferstehung des Herrn, dem größten Feste des kirchlichen Kalenders, welches für uns Christen die „Tötung des Todes, das Zerbrechen der Hölle und der Beginn eines neuen ewigen Lebens“ (Kanon der Auferstehung, Ode 7) bedeutet. Die Freude, die gleichzeitig in unseren Herzen mit dem Bringen des Lichtes durch den Priester vom Tisch des Hl. Altares angezündet ist, dem Symbol des Grabes des Herrn, und verstärkt durch die Auferstehungsgesänge dieser Hl. Nacht, bleibt in uns bis zur Himmelfahrt des Herrn, einer Zeitspanne, in welcher wir uns gegenseitig mit dem Hl. Gruß grüßen: „Christus ist auferstanden“ – „Er ist wahrhaftig auferstanden“ und in der wir ununterbrochen den Sieges-Hymnus singen: „Christus ist erstanden von den Toten, und hat den Tod durch den Tod zertreten, und denen in den Gräbern das Leben geschenkt“. Die Freude von Ostern erleben wir an jedem Sonntag von Neuem, wenn wir mit Andacht an der Hl. Liturgie teilnehmen und die Hl. Gaben empfangen. Denn jeder Sonntag ist ein Ostern, eine Feier der Auferstehung, nämlich ein Sieg über die Sünde und deren Folgen in unserem Leben: dem Leiden und den Versuchungen jeglicher Art, die letztlich zum Tode führen. Wahrhaftig, für den gläubigen Menschen sind Ostern, wie auch alle Sonntage und auch alle Feiertage während des Jahres, Augenblicke der seelischen Erneuerung, der Stärkung durch göttliche Kraft in dem Kampf mit den Versuchungen und Schwierigkeiten des Lebens. Somit schafft die fundamentale Einstellung des Gläubigen, welcher betet, fastet und zur Hl. Kommunion geht, eine Freude, den Mut und das unerschütterliche Vertrauen darauf, dass Gott ihn vor jedem Bösen verschont, egal, wie groß oder wie hartnäckig dieses ist, und Gott ihn am Ende des Lebens ebenfalls vor dem ewigen Tode bewahrt. Der leibliche Tod wird für den Gläubigen Pascha, nämlich Übergang zum ewigen Leben.

Der pessimistische Christ, der in seiner Umgebung keine Lebensfreude verbreitet und den Mut in der Auseinandersetzung mit den Schwierigkeiten des täglichen Lebens nicht aufbringt, widerspricht dem Glauben, den er bekennt. Denn der christliche Glaube bedeutet die Kraft Gottes in uns zur Bewältigung der Welt und der Freude des Lebens. Der Hl. Apostel und Evangelist Johannes sagt, dass „wer immer aus Gott geboren ist (durch die Taufe), bewältigt die Welt, und dies ist die Überwindung, die die Welt überwunden hat: unser Glaube“(1. Joh. 5, 4). Und der Hl. Apostel Paulus ermutigt uns, indem er sagt: „Freuet euch allezeit im Herrn, und abermals sage ich euch, freuet euch“(Phil.4, 4).

Geliebte Gläubige,

selbstverständlich hätten wir alle gerne nur Freude in unserer Seele, wären wir nur mutig und optimistisch und glaubten mit Stärke an die Bewältigung jeden Übels, welches über uns kommt. Und trotzdem sind wir in unserem täglichen Leben oft in die Irre geleitet, ja sogar traurig, weil uns nicht gelingt, das zu erreichen, welches wir uns wünschen, oder, weil wir krank sind. Oft verlieren wir die Geduld oder auch den Glauben, weil das Leben uns schwer erscheint, weil die Menschen uns weder verstehen, noch uns helfen, weil wir Feinde haben, von Allen verlassen sind, ja, sogar von Gott. Vor solchen Augenblicken ist niemand gefeit; diese (Erfahrungen) sind sogar zu unserem geistlichen Wachstum nötig.

Durch die Kämpfe mit den täglichen Schwierigkeiten, die wir gewinnen, aber von denen wir auch manchmal besiegt werden, lernen wir mehr, als wir dies auf den besten Schulen tun könnten: wir erlernen die Demut, wir erkennen die eigenen Schwächen und wir akzeptieren leichter die Schwächen anderer, ja, wir lernen sogar, uns für unseresgleichen zu opfern, so wie Christus sich für uns geopfert hat. Ebenfalls kennen wir aus Erfahrung die Hilfe Gottes, der uns in unserem Leiden beisteht, und der alles weiß und alles Böse zum Guten verwandeln kann, solange wir nicht die Hoffnung verlieren.

Ein Theologe sagt, „dass der christliche Glaube beweist, dass das Leiden einen Sinn hat, weil es die beste Schule der Erkenntnis ist. Ohne Leiden kann der Mensch dem Leben ausweichen und sich von seinesgleichen los lösen. Das Leiden ist der Imperativ, welcher jeden Menschen zwingt, die Existenz des Anderen anzuerkennen, diesen zu akzeptieren und dass er sich dem Nächsten öffnet. Das Leiden ist die totale Weise, die allerhöchste Art der Erkenntnis, die beste, die pädagogischste Möglichkeit der Entwicklung und der Erfüllung des Menschen auf Erden. Dieses ist die göttliche Pädagogik des Reifens und der Erfüllung, nicht in Abwesenheit, sondern in der Gegenwart und im Beistand, Gottes.“

Jedoch führt uns das Leiden, verbunden mit dem Glauben und mit der Geduld nicht nur schrittweise zu geistlicher Reife, sondern auch zur Reinheit und zur Heiligung des Lebens. Kein anderes Mittel, sogar nicht einmal das Gebet, heiligt den Menschen so sehr, wie das von Gott erlaubte Leiden dies tut. Es gibt auch ein anderes Leiden, welches sich jeder Christ selber auferlegt, indem er sich bewusst bemüht im Kampf gegen die Leidenschaften und die Reinigung seiner Seele. Schon das Fasten, das Gebet, der Besuch der Kirche und das Gutes tun setzen eine Anstrengung voraus, die einem wie ein Leiden erscheinen mag, bis dass wir alles mit Freude tun, denn dies entspringt unserer Natur. Denn Gott rief uns von Anfang an zur Zügelung und zum Gehorsam. Daher müssen wir um so mehr mit uns selber kämpfen und uns einer strengen asketischen Disziplin unterwerfen, wenn wir verschiedenen Leidenschaften wirklich entfliehen wollen, die da sind: Egoismus, Stolz, Ambition, Gier, Zügelung, Alkoholismus oder sogar das Rauchen. Diese Leidenschaften und andere ähnliche (Leidenschaften) sind wiederholte Sünden mit- oder ohne- Wissen, bis diese zur Gewohnheit wurden, in unser Fleisch und Blut übergingen und dieses pervertierten. Der Kampf mit den Leidenschaften kann sehr schwierig und andauernd sein. Um es zu einem guten Ende zu bringen, benötigen wir einen seelsorgenden Vater, der uns Schritt um Schritt zur Gnade der Beichte führen kann. Denn, so wie auch die Krankheiten verschiedene Heilmittel benötigen, so haben dies auch die Leidenschaften nötig, die seelische Krankheiten sind, denn, weil sie um so schwerer sind, zerstören sie nicht nur die Seele, sondern auch den Leib. Wahrlich, so wir uns nicht im Kampf gegen die Leidenschaften engagieren, um diese aus der Seele heraus zu reißen, werden diese uns allmählich sowohl die Seele, als auch den Körper, zerstören und uns zum ewigen Tode führen. Gott ist immer bei uns in jedem, das wir tun, um uns zu entleidenschaftlichen und von aller Sünde zu reinigen. ER ist in jeglichem Leid und in jeglicher Prüfung des Lebens, die im Glauben akzeptiert und in Geduld getragen wird, gegenwärtig. Deshalb werden sowohl die Krankheiten und die Unglücke, die wir von Gott zu unserer Aufrichtung und Heiligung annehmen, als auch die Anstrengungen des asketischen Lebens mit den Leidenschaften stufenweise zur Quelle der Hoffnung und der Freude. Sehet diesen Widerspruch: Aus Leiden und den Kämpfen mit den Leidenschaften entsteht Freude! Genau so war es im Leben des Erlösers, der, obwohl ER keine Sünde beging, die Sünden der ganzen Welt auf Sich genommen hat, und der Schmähungen und Verhöhnungen seitens der Menschen erduldete und sogar schlussendlich den Tod erlitten hat.

Nämlich, „welcher, da ER beleidigt ward, nicht wieder beleidigte, da ER litt, nicht drohte; ER übergab es dem, der gerecht richtet …“ (1. Petr. 2, 23). Obwohl ER wie kein anderer Mensch litt, hat der Erlöser eine Heiterkeit, eine Sanftmut und eine Freude im Hl. Geist bewahrt, und ER vergab allen, und ER bat sogar für diejenigen um Vergebung, die IHN kreuzigten. Das Beispiel des Herrn wurde von allen Heiligen befolgt, deren Leben ein Zeugnis des Glaubens und des Mutes ist, mit welchem sie um die Heiligung ihres Lebens kämpften, nämlich, durch das Erleiden ungezählter Qualen und Versuchungen, die von Gott in Freude umgewandelt wurden. Erinnern wir uns an den Hl. Serafim von Sarov (+ 1833), der ein extrem strenges Leben des Fastens und des Gebetes führte, und der vom Teufel versucht wurde wie wenige Andere in der Wüste und der gemartert und geprügelt wurde von bösen Menschen, so dass er sein ganzes Leben litt. Durch all dieses strahlte der Hl. Serafim Licht und Freude aus. Er grüßte während des ganzen Jahres diejenigen, die ihn in der Wüste und im Kloster in Sarov besuchten mit den Worten: „Meine Freude, Christus ist auferstanden“.

Wir verstehen also, dass nur die Freude, die dem Leid und dem Ertragen des Kummers entspringt, die wahrhaftige Freude, die Freude im Hl. Geist, ist . Mit anderen Worten, wir freuen uns nur insoweit, wie wir uns für Gott und den Nächsten opfern.

Geliebte Gläubige,

so, wie ich dies bereits in meiner Weihnachtsbotschaft ankündigte, werden am Sonntag, dem 14.Mai 2006, also nach 3 Wochen, die Metropolitan-Kathedrale und das Eparchial-Zentrum in Nürnberg geweiht.

Der Weihe-Gottesdienst und die anschließende Hl. Liturgie werden von einer großen Versammlung von Hierarchen, Priestern und Diakonen unter der Leitung Seiner Seeligkeit des Vaters Teoctist, des Patriarchen der Rumänisch-Orthodoxen Kirche, gefeiert. Die Weihe unserer Kathedrale krönt 12 Jahre der Bemühungen und der Opfer der Priester und Gläubigen der Metropolie, wobei jeder sowohl nach seinem Glauben wie auch nach seinen Möglichkeiten beitrug, um dieses heilige Ziel zu erreichen.

Es gibt kein größeres und heiligeres Ereignis im Leben einer christlichen Gemeinde als die Weihe der Kirche, welche die Gemeinde mit Gebet und Opfer zur Ehre Gottes erbaute. Gerade deshalb gehen alle Gläubigen, nämlich die Männer, die Frauen und die Kinder, nach der Weihe der Kirche, nacheinander in den Hl. Altar und sie küssen dort das Hl. Evangelien-Buch, das Hl. Segenskreuz und den Hl. Opfer-Tisch, in welchem die Reliquien der Hl. Martyrer eingelassen sind, und sie empfangen den Segen des Bischofs. Daher bitten wir Sie alle mit großer Liebe, dass Sie an diesem großen Fest unserer Metropolie teilnehmen, und dass Sie die göttlichen Gaben, die in außergewöhnlicher Fülle auf Grund dieses Ereignisses durch die Gebete so vieler Hierarchen, Priester und Gläubigen ausgeteilt werden, empfangen. Um das Durchschreiten aller Gläubigen durch den Hl. Altar nach der Weihe der Kirche zu erleichtern, wird die Hl. Liturgie im Innenhof der Metropolie gefeiert. Es folgt eine festliche Agape, zu deren Teilnahme Sie sich bitte frühzeitig anmelden wollen.

Ferner freut es mich, Ihnen mitteilen zu können, dass am Sonntag, dem 07.Mai 2006, das ZDF uns die Ehre erweist, eine Hl. Liturgie direkt aus unserer Kathedrale zu übertragen, welche um 10:00 Uhr beginnt.

Mit gleicher Freude teile ich Ihnen drei weitere große Ereignisse aus dem Leben der Metropolie mit:

  • Am Samstag, dem 13.Mai 2006, wird in Berlin der Grundstein für die zukünftige rumänische Kirche gelegt (Heerstr. 63, 14055 Berlin – Charlottenburg), deren Pfarrer Priester Dr. Constantin Mihoc ist. Der Gottesdienst wird von Seiner Seeligkeit, dem Vater Patriarch Teoctist, in Kon-Zelebration mit allen rumänischen Bischöfen aus Amerika und West-Europa, die von einer Versammlung Priestern und Diakonen umgeben sind, geleitet.
  • Am Sonntag, dem 28.Mai 2006, wird die neue Kirche mit dem Patronat der Hll. Apostel Gleichen Könige Konstantin und Helena in Stuttgart geweiht, deren Pfarrer Dr. Mihaita Bratu ist
  • Am Hl. Pfingstfest, Sonntag, dem 11.Juni 2006, wird die Kirche in Landshut geweiht, deren Pfarrer der promovierende Priester Adrian Vasilache ist. Mit-Konsekrator wird der Hoch-Geweihte Bischof Damaschin von Slobozia und Calarasi sein.

Zu all diesen Anlässen sind nicht nur die Gläubigen der entsprechenden Parochien, sondern auch alle diejenigen, die Liebe zu diesen Anlässen und die Möglichkeit haben, zu den entsprechenden Orten zu reisen, eingeladen.

Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie die Hl. Feiertage der Auferstehung des Herrn in Frieden und Gesundheit verbringen und ich bitte den Erlöser Jesus Christus, den Überwinder des Todes, dass ER Sie alle segnen möge, indem ER Ihnen Kraft und Mut zum Tragen des täglichen Kreuzes verleihe und dass ER in Ihren Seelen die Freude Seiner Auferstehung hinein gießt.

Christus ist auferstanden!

Ihr Ihnen alles Gute wünschender und inständig zum Herrn betender

Metropolit Serafim

 

 

 

 

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