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Pastoralbriefe

Die Geburt aus dem Geist - Weihnachten 2006

„Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Geist.Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von neuem geboren werden.“ (Johannes 3, 6-7)

Hochehrwürdige Väter und geliebte Gläubige,

Gott der Herr hat uns ein neuerliches Mal durch Seine Gnade zum Hochfest der Geburt Seines Sohnes gelangen lassen – unseres Herrn Jesus Christus. In der Fastenzeit vor Weihnachten haben wir uns alle nach Kräften bemüht, Leib und Seele durch Fasten und gesteigertes Gebet, durch das Bekennen unserer Sünden im Sakrament der Beichte und durch die Kommunion an Leib und Blut Jesu Christi in der Göttlichen Liturgie vorzubereiten.

Auf diese Weise erneuert, können wir in das tiefe Geheimnis des heutigen Feiertages eindringen und sehen, was „die Geburt aus dem Geist“ oder „die Wiedergeburt“ für uns bedeutet. Denn dazu ruft uns der heutige Feiertag der Geburt des Herrn, Der Mensch wurde wie wir, damit wir wie Er werden und auch die Wiedergeburt bzw. die Geburt aus dem Geist empfangen und in allem dem Beispiel Seines irdischen Lebens nachfolgen.

Wir wissen alle, dass Gott die Menschen dadurch erlöst hat, dass er Seinen Sohn in die Welt gesandt hat. Er wurde von der Jungfrau Maria als Mensch in Bethlehem in Juda geboren, lebte in der Stadt Nazareth in Galiläa bis zu seinem 30. Lebensjahr und war gehorsam gegenüber Seiner Mutter und dem rechtschaffenen Josef, bevor er zur Verkündigung aufgebrochen ist und den Menschen die Buße predigte, d. h. die Umkehr zu Gott durch Erfüllung Seiner Gebote, von denen die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten die höchsten sind. Der Messias hat in den wenigen Jahren Seines irdischen Lebens unzählige Wunder getan und Kranke geheilt, böse Geister aus den Menschen ausgetrieben, Menschenmengen in der Einöde gespeist und Tote auferweckt. All dies tat er nur aus Liebe zu den Menschen. „Ich empfinde Mitleid mit der Menge, denn siehe, sie sind wie eine Herde ohne Hirte“ (vgl. Matth. 9,36 und 15, 32). Doch auch wenn der Messias nur Gutes tat, so wurde es ihm doch nur mit Schmach vergolten bis zum Tod am Kreuz. Doch Gott der Herr hat das größte von Menschen begangene Unrecht in den größten Segen für die Menschen verwandelt. Denn weil Er ohne Sünde war, ist der Herr am dritten Tage auferstanden. Er hat den Tod und die Hölle besiegt, in der alle Menschen wegen ihrer Sünden schmachteten (Gen. 3, 3; Röm. 6, 23); er hat den Teufel besiegt, der uns zur Sünde verführt, und er hat allen die Pforten des Himmels, des Reiches Gottes, aufgetan. Und das Reich Gottes auf Erden ist die Kirche, in der wir alle Vergebung der Sünden und Trost, Hilfe und Segen erfahren.

Aus dem Blick auf das Leben des Messias können wir lernen, dass Gott so mit jedem Menschen handelt, der sich darum bemüht, Gutes zu tun. Auch wenn dieses Gute, mit Bösem vergolten wird, hat doch dieses Gute eine erlösende Kraft, sowohl für den, der dies tut, als auch für die, für die es gemacht wird. Wichtig ist, dass wir immer Gutes tun, ohne dafür etwas von den Menschen zu erwarten und ohne dass wir uns erzürnen, wenn uns mit Bösem geantwortet wird, denn die Vergeltung für das Gute ist das Gute selbst, das ewig bleibt, wie auch die Dankbarkeit in der Seele dafür, dass wir dem Beispiel des Erlösers folgen und mit Ihm eins sind. „Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe… Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt“ (Joh. 15, 10.12).

Geliebte Gläubige,

In seinem Gespräch mit Nikodemos, einem Oberen der Pharisäer, sagte Jesus zu ihm: „Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen“ (Joh. 3, 3). Jesus bezieht sich hier auf das Sakrament der Taufe, das Er nach Seiner Auferstehung von den Toten stiften wird, als er Seinen Jüngern gebietet: „Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe“ (Matth. 28, 19-20). Die christliche Taufe ist wahrhaftig „die Wiedergeburt“, „die Geburt aus Wasser und Geist“ weil der, der sie empfängt, bekennt, dass er sich vom Satan lossagt, in dessen Herrschaftsbereich sich die nicht durch die Taufe erleuchtete Welt befindet, und sich mit Christus vereint, der die Welt vom Fluch der Sünde und des Todes und der Herrschaft des Bösen befreit hat. Durch das Sakrament der Heiligen Taufe sind wir ein zweites Mal geboren worden. Die erste Geburt von den Eltern her ist die natürliche und leibliche, die zweite – durch die Taufe – ist die geistliche. Dies heißt, dass wir nach der Taufe nicht mehr Kinder im leiblichen Sinne sind, sondern Kinder des Geistes, und dass wir den Willen Gottes dadurch erfüllen. Unser Leib ist durch die Taufe zum „Glied Christi“ und „Tempel des Heiligen Geistes“ geworden (1. Kor. 6, 15-20).

Gewiss ist dies eine mystische geheime Wirklichkeit, verborgen im Innersten unseres Seins. Und dies kann nicht anders als im Glauben begriffen und erfasst werden und in dem Maße, in dem wir ein wahrhaft christliches Leben führen, das sich stets an den evangelischen Prinzipien ausrichtet. Die Taufe ist nur der göttliche Samen, der in uns gesät ist, der aber darauf wartet, dass wir die guten Früchte des Glaubens durch unser eigenes persönliches Bemühen bringen. Es versteht sich von selbst, dass nur die, die sich bemühen, zur Reinheit des Herzens zu gelangen und in ihrem Leben durchgehend gute Werke, die aus dem Glauben entspringen, zu vollbringen, wahrhafte Christen und geistliche Menschen sind.

Die Heilige Schrift setzt immer wieder den „fleischlichen Menschen“ und den „geistlichen Menschen“ in einen Gegensatz. Der fleischliche oder irdische Mensch ist der Mensch, der sein Leben „an den fleischlichen Dingen“ ausrichtet, d. h. an den natürlichen Trieben des menschlichen Wesens und des Fleisches, und der seine Lust in Essen und Trinken sucht, in der Befriedigung der leiblichen Genüsse, in der Jagd nach Geld und dem Lob der Menschen. Im Brief an die Galater werden „die Werke des Fleisches“ aufgezählt: „Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Spaltungen, Neid, Saufen, Fressen und dergleichen“ (Gal. 5, 19-21). Und der heilige Apostel Paulus macht uns auch aufmerksam auf folgendes: „Irret euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch sät (die erwähnten Sünden), der wird von dem Fleisch das Verderben ernten“ (Gal. 6, 7).Mit anderen Worten: die Sünden, die wir begehen, sind der Auslöser für die Krankheiten und die Prüfungen aller Art, die über uns als Vergeltung derselben kommen.

Im Gegensatz zum fleischlichen Menschen, der vom Fleischlichen geleitet wird, lebt der geistliche Mensch im Heiligen Geist. Er lässt sich nicht ablenken vom Geist der Welt, auch nicht vom Urteil der Menschen, sondern verfolgt konsequent den Weg des Glaubens: er betet täglich, empfängt häufig die heiligen Sakramente, und er geht jeder Sünde aus dem Weg, die sein Gewissen beschweren könnte, indem er versucht, nur Gutes zu tun nach dem Beispiel des Erlösers: „Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe.“ (Joh 13, 15)

Seht, was in diesem Zusammenhang Valeriu Gafencu gesagt hat, ein junger Mann, der für seinen Glauben an Jesus Christus gelitten hat und im Gefängnis von Târgu Ocna als „Heiliger der Gefängnisse“ 1952 gestorben ist: „Durch die Taufe haben wir die läuternde Gnade erhalten, durch die heilige Myronsalbung sind wir mit allen Gaben des Heiligen Geistes geschmückt, doch diese gesegnete innere Haltung im Glauben bleibt tatenlos in uns, wenn wir nur nach dem Namen Christen sind. Wir leben in einer Zeit der Verwirrung, der Libertinage und der Schande. Es ist eine Schande, gläubig zu sein, es ist eine Sünde, moralisch zu handeln! Der getaufte Mensch muss, um erlöst zu werden, sein ganzes Leben im Heiligen Geist leben, aber genau dies ist uns nicht geglückt. Wir haben geglaubt, wir haben gebetet, wir haben den Glauben bewahrt, doch um dich mit Christus zu vereinigen, musst du dich durch die Beichte innerlich reinigen und durch die Heilige Kommunion erneuern. Du musst dich also bewusst anstrengen, dich fortwährend mit Christus zu vereinen, Träger Seiner Heiligkeit werden, Seiner Kraft, Seiner Liebe, Seines Lichts und Seiner Unsterblichkeit. Du musst dich der Sünde bis zum Tod entgegenstellen. So und nur so wirst du neu geboren. Auf diesem Weg gibt es keinen Kompromiss.“

Geliebte Gläubige,

Am Ende dieses Jahres gehört es sich, dass wir Gott dem Allgütigen für alles danken, womit er uns gesegnet hat, selbst wenn wir durch manches auch versucht wurden. Denn auch die Versuchungen des Lebens sind ein Segen Gottes, wenn wir sie mit Geduld und Glauben bewältigen, um uns durch sie von Sünden zu reinigen.

Wir danken Gott dem Herrn und den staatlichen Stellen in Bayern, der Bayerischen Staatsregierung wie dem Kultusministerium, für den unserer Metropolie verliehenen Status der „Körperschaft des Öffentlichen Rechts“, wodurch wir nun wie die Römisch-Katholische Kirche und die Evangelische Kirche auch staatlich anerkannt sind.

Wir danken Gott dem Herrn, wie auch allen Priestern und Gläubigen unserer Metropolie, die sich am Bau unseres Bischofssitzes und unserer Kathedrale in Nürnberg beteiligt haben, dass wir am 14. Mai gemeinsam mit unserem Kirchenoberhaupt, Patriarch Teoctist von Rumänien, dieses Zentrum und die Kathedrale einweihen konnten.

Wir danken Gott dem Herrn für alle Arbeiten in Gemeinden von Stuttgart, Wien, Berlin, Landshut, Offenbach, Salzgitter und Malmö, die eigene Kirchen gebaut oder eingerichtet haben.

Wir beten zu Gott dem Herrn, dass der Beitritt Rumäniens zur EU ein Segen für unser Land wie für Europa sein möge, durch die geistlichen Werte der Orthodoxie – derer alle Menschen heute bedürfen –, und nicht zu einer Schwächung unseres Glaubens und unserer Identität führe.

Ich lege Euch diese Gedanken ans Herz in der Hoffnung, dass sie Frucht bringen in Euer aller Leben, und umarme Euch mit väterlicher Liebe in Christus unserem Herrn, Dem in der Höhle zu Bethlehem Geborenen, und wünsche Euch von Herzen Gesundheit und alles Gute.

Ich bete zu Gott dem Allgütigen, dass Ihr die Heiligen Feiertage in Frieden und Freude verbringt und wünsche Euch

Frohe Weihnachten! Und Ein gesegnetes Neues Jahr!

Euer Euch alles Gute wünschender und zu Gott betender

† Metropolit Serafim

Übersetzung: Pfarrer Dr. Jürgen Henkel, Sibiu/Hermannstadt

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