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Pastoralbriefe

Das Fest des Glaubens - Ostern 2007

 „Nehmt und eßt, dies ist Mein Leib… Nehmt und trinkt alle daraus, dies ist Mein Blut…“ (Mt 26, 26-27; Mk 14, 22.24; Lk 22, 19-20)

Wohlehrwürdige Väter und geliebte Gläubige in Christus,

Christus ist auferstanden!

Wir freuen uns heute mit den Christen aus der ganzen Welt über das Hochfest Ostern, das wir in diesem Jahr gemeinsam feiern.

„Wie gut und schön ist es, wenn Brüder miteinander in Eintracht wohnen!“ (Psalm 133, 1), rief der Psalmist David tausend Jahre vor der Auferstehung unseres Herrn. Diese Worte des Königs David können wir nun alle gemeinsam sprechen, wenn unsere Herzen voller Freude sind und unseren Nächsten gegenüber offener sind als sonst und bereit „zur Vergebung aller Schuld um der Auferstehung des Herrn willen“ und um alle in Christus zu umarmen, wie uns ein Osterhymnus anleitet. Dabei ist es unser Herr und Erlöser Selbst, Der durch Seine Auferstehung den Tod und alles Böse überwunden hat, Welcher unsere Herzen erweicht und es weitet, damit es in sich alle Menschen und die ganze Schöpfung aufnehmen kann.

Doch unser Herr und Erlöser erfüllt unser Herz mit Liebe zu Gott und den Nächsten nicht nur jetzt zu Ostern, sondern in jedem Moment unseres Lebens, wenn wir wirklich gläubig sind. Der heilige Serafim von Sarov grüßte das ganze Jahr über Menschen, denen er begegnete, mit den Worten: „Meine Freude: Christus ist auferstanden!“ Ähnlich sagte eine unserer Gläubigen zu einer anderen: „Meine Liebe, jedesmal wenn ich dich treffe, ist für mich Ostern!“ Wie schön wäre es, wenn wir diese Worte allen sagen könnten, die wir treffen.

Diese Freude über die Auferstehung erstreckt sich über das ganze Jahr, wenn wir Sonntag für Sonntag zahlreich zur Göttlichen Liturgie kommen, damit die Auferstehung des Herrn kein isoliertes historisches Ereignis bleibt, das wir nur einmal im Jahr feiern, sondern an jedem Sonntag und zu jedem Feiertag neu zum Ereignis wird. Denn wenn wir regelmäßig zur Kirche kommen, mit Frömmigkeit an der Göttlichen Liturgie teilnehmen und die heiligen Sakramente empfangen, dann werden wir allmählich eins mit Christus. So erfahren wir Erleichterung und Vergebung der Sünden, wir empfangen das Licht Christi, das uns hilft, auf dem rechten Weg zu wandeln oder auf den rechten Weg zurückzukehren, wenn wir davon abgekommen sind; vor allem bekommen wir Kraft und Mut im Kampf mit den Versuchungen und Prüfungen des Lebens, so dass unser Leben allmählich seinen Sinn findet und schöner und leichter wird. Das heißt nicht, dass wir dann keine Enttäuschungen von Seiten der Menschen mehr erleben, keine Versuchungen, kein Leid und keine Unglücksfälle mehr, wenngleich uns diese dann mehr aufbauen und stärken, als uns zu zerbrechen. Denn alle Übel und alles Schlechte dieser Welt können das Leben der wirklichen Gläubigen weder zerstören, noch reduzieren noch verfälschen, denn wenn wir in einer lebendigen Beziehung zu Gott leben, dann ist unser Leben stärker als der Tod; es bleibt dann heilig, rein, lebenswert und schön wie die Rose inmitten all der Dornen.

Die größte Gabe des Osterfestes ist daher die Wiederentdeckung unseres wahren Lebens und ein neuer Lebenswandel in aller Heiligkeit und Schönheit. Der Erlöser Jesus Christus sagt: „Ich bin in die Welt gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“ (Joh 10, 10). Und Er sagt auch: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14, 6). Ein wahres Leben, ein reines und heiliges, schönes und sinnerfülltes Leben kann es nur in der ständigen Verbindung mit Christus geben. Dies ist so, weil das Leben als höchstes Geschenk Gottes selbst immer vom Teufel bedroht wird, um zerstört zu werden oder zumindest pervertiert und verdunkelt. „Der Teufel geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge“ (1 Petr 5, 8). Er lockt uns mit allen möglichen Lustbarkeiten, Begierden und leidenschaftlichen Wünschen; er bringt über uns den Geist des Stolzes, der Völlerei, des Hasses, des Streits, der Verdächtigungen, der Unzufriedenheit, des Kritisierens und Richtens und der Selbstgerechtigkeit; er verdunkelt unseren Geist, damit wir die eigenen Sünden nicht sehen, sondern nur die Sünden der Nächsten, und uns selbst für bessere Menschen halten als die anderen. Wenn wir uns von diesen Fangarmen des Teufels ergreifen lassen, dann wird unser Leben seinen höheren und ewigen Sinn verlieren. Es wird sich in dieser Welt verschließen und nur das suchen, was diese Welt ihm bieten kann: materielle Güter, Lustbarkeiten und Vergnügungen aller Art… So verkehrt sich unser Lebens ins Gegenteil, es tritt in einen Schattenkegel und zerstört sich langsam selbst. Genau deshalb ist die Welt voller unzufriedener, zerbrochener Menschen, die in Angst dem morgigen Tag entgegengehen, depressiv und unglücklich. Sogar diejenigen, die alles haben und im Überfluss, aber nicht Christus haben, sind seelisch nicht glücklich und zufrieden, weil sie Zufriedenheit und Seelenfrieden nur in der Kirche und nur bei Christus finden können.

Die Kirche ist eins mit Christus und Christus eins mit der Kirche. So können wir nicht sagen: ich glaube an Gott, aber ich brauche die Kirche nicht. Wer mit der Kirche keine Verbindung hält, kann auch keine Verbindung zu Christus haben, weil Christus Sich uns in den Sakramenten und Gebeten der Kirche mitteilt und schenkt. Und ein solcher vager Glaube, der häufig vermischt ist mit Aberglauben und Magie, ein solcher Glaube, von dem wir meinen, dass wir ihn in unserem Herzen haben, der sich aber nicht nach außen durch Teilnahme an der Göttlichen Liturgie, durch das tägliche Gebet, durch Fasten und gute Werke äußert – ein solcher Glaube ist nichts wert. Der kann sogar schlechter sein als der Unglaube, weil er uns suggeriert, wir seien Gläubige, während wir es in Wirklichkeit gar nicht sind. Ich habe in meinem Leben mehr Ungläubige getroffen, die zum Glauben zurückgekehrt sind und ihr ganzes Leben umgekrempelt haben, die durch eine ernsthafte Anstrengung im Glauben zu Christus und zur Kirche zurückgekehrt sind, als so genannte „Gläubige“. Dieser so genannte „Glaube“, der sich nicht in den Werken des Glaubens äußert, ist eine große Täuschung, mit denen der Teufel heute sehr viele Menschen gewinnt, damit sie den Glauben verlieren.

Geliebte Gläubige,

Wir haben diese Osterpastorale mit den Worten begonnen, die wir bei jeder Göttlichen Liturgie hören: „Nehmt und esst, dies ist Mein Leib, der für euch gegeben wird zur Vergebung der Sünden“ und „Trinkt alle daraus, dies ist Mein Blut des Neuen Testamentes, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden“.

Diese Worte wurden vom Herrn und Erlöser Jesus Christus am Donnerstag vor Seiner Kreuzigung gesprochen, beim letzten Abendmahl mit den Aposteln, als Er das wichtigste Sakrament der Kirche gestiftet hat, und zwar das Sakrament der Eucharistie oder der Kommunion an Seinem Leib und Seinem Blut, das wir in jeder Göttlichen Liturgie feiern. Die Göttliche Liturgie, als Herrenmahl, bei dem wir Leib und Blut Christi empfangen, ist gewissermaßen das Leben der Kirche selbst, unser Leben als Christen. Die Kirche kann ohne Göttliche Liturgie nicht existieren, und wir können nicht christlich leben, also nach dem Willen Gottes, ohne an der Göttlichen Liturgie teilzunehmen und die Heiligen Sakramente zu empfangen.

Es wurde zu Recht gesagt, dass das Christentum eine Tafel ist, ein Tisch, an dem Leib und Blut Christi gegessen und getrunken werden, und der Christ der ist, der an diesem heiligen Mahl teilnimmt und die vorher bereiteten Gaben empfängt, also die eucharistischen Gaben von Brot und Wein. Es wird auch zu Recht gesagt, dass der Mensch das ist oder wird, was er ißt. Wenn wir fortlaufend Christus in der Eucharistie essen, dann werden wir selbst zu Christus und identifizieren uns mit Christus, Sein Leben wird unser Leben.

Leider weiß heute fast kein Gläubiger mehr diese einfache, aber so wichtige Sache, dass die Göttliche Liturgie das Herrenmahl ist und dass wir uns alle dem Heiligen Kelch und den Heiligen Sakramenten annähern müssen. Denn niemand geht zu einem festlichen Essen und weigert sich, das zu essen, was ihm dabei vorgesetzt wird.

Die Wirklichkeit in unseren Kirchen ist heute mehr als traurig: bei der Göttlichen Liturgie kommt niemand, um die Eucharistie zu empfangen, oder nur ganz wenige, meist Kinder. Viele empfangen die Kommunion nur einmal im Jahr, in der Großen Fastenzeit, andere vier Mal, in den großen Fastenzeiten. Die meisten empfangen die Kommunion nicht einmal ein Mal pro Jahr und nehmen auch an der Göttlichen Liturgie nur zu Ostern teil. Um diese schmerzhafte Wirklichkeit wieder zu berichtigen, so weit es möglich ist, glaube ich, ist es notwendig, dass wir alle öfter, sogar jeden Sonntag die Kommunion empfangen. Denn es gibt keine größere Hilfe im Leben, die wir von Gott bekommen können, als die Heilige Kommunion. Wer jeden Sonntag mit Demut und Frömmigkeit und vor allem mit dem Bewusstsein der eigenen Unwürdigkeit, sich den Sakramenten zu nähern, die Heilige Kommunion empfängt – von der er spürt, dass er ohne sie nicht leben kann – jener wird mit der Hilfe Christi die Versuchungen des Bösen besiegen und wird ein immer besserer Mensch, sanftmütiger, verständnisvoller, vergebungsbereiter…, wie Christus Selbst, Der in ihm wohnt. Gewiss wirkt die Heilige Kommunion in uns nicht automatisch ohne unsere Mitwirkung, ohne unser ernstes Bemühen im Kampf gegen die Sünde und um Erlangung der Tugenden. Daher gilt: wer regelmäßig die Heilige Kommunion empfängt, der muss sich auch bemühen, ein gottgefälliges Leben zu führen.

Zum zweiten dürfen wir uns nicht scheuen und uns auch nicht schämen, möglichst oft  zu beichten, denn nur durch die Beichte bekommen wir von Gott Vergebung unserer Sünden, und von unserem Seelsorger und Beichtvater bekommen wir geistliche Ratschläge und Ermutigung zum Kampf gegen die Sünde und die Beschwernisse des Lebens. Gewiss ist es die Aufgabe jedes Priesters, die Gläubigen dazu zu ermutigen, möglichst oft zur Beichte und zu den Heiligen Sakramenten zu kommen. Die einzige Bedingung, um die Kommunion zu empfangen, ist, dass wir uns nicht in großen Sünden befinden, die auch Todsünden genannt werden, wie der Abfall vom Glauben, Mord (Abtreibung), Unzucht, Hass und Unterdrückung der Nächsten. Diese Sünden müssen wir unbedingt beichten und die Beichtauflagen erfüllen, die uns unser Beichtvater gibt, erst danach können wir die Heilige Kommunion empfangen. Für die kleinen Sünden aber, die wir tagtäglich begehen, müssen wir nicht unbedingt zur Beichte vor der Kommunion, vor allem wenn wir jeden Sonntag oder sogar noch öfter die Kommunion empfangen. In diesem Fall ist der Segen des Priesters vor dem Empfang der Heiligen Kommunion ausreichend. Daher ist auch das Fasten nicht unbedingt an den Empfang der Heiligen Kommunion gebunden. Wer Mittwoch und Freitag sowie zu den vier Fastenzeiten fastet, der kann die Kommunion jederzeit empfangen, auch ohne vorher drei Tage zu fasten. Wer aber auch vor dem Empfang der Heiligen Kommunion fasten kann, der tut gut daran.

Ich lege Euch diese Worte der Lehre ans Herz in der Hoffnung, dass Ihr sie meditiert und dem auch Taten folgen lasst, indem Ihr jeden Sonntag zur Göttlichen Liturgie kommt und öfter die Heiligen Sakramente des Herrn empfangt. So umarme ich Euch alle in Christus unserem Herrn, dem Sieger über den Tod, mit den herzlichsten Segenswünschen.

Christus ist auferstanden!

Ein Gesegnetes Osterfest!

Euer Euch allezeit Gutes wünschender und zum Auferstandenen Herrn betender

+ Serafim

Erzbischof und Metropolit

Übersetzung: Pfarrer Dr. Jürgen Henkel, Bad Windsheim/Hermannstadt

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