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Pastoralbriefe

Die Gaben zu Weihnachten und die christliche Mission - Weihnachten 2008

                                                              „Das Volk, das im Finstern wandelte, hat ein großes Licht gesehen; und denen, die saßen am Ort und im Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen.“

(Matthäus 4,16)

Wohlehrwürdige Väter und geliebte Gläubige,

Nun sind wir aufs Neue zum Hochfest der Geburt des Herrn gelangt mit Herzen voll der Freude und des Vertrauens in die Barmherzigkeit und Güte Gottes, Der Seinen Sohn in die Welt gesandt hat, damit die Welt „das Leben haben und es in Fülle haben“ (Johannes 10,10). Jeder hat in dem Jahr, das nun in wenigen Tagen zu Ende gehen wird, freudige Anlässe und Erfolge erlebt, aber auch Prüfungen und Enttäuschungen, denn das Leben des Menschen auf Erden ist eine fortwährende Verflechtung aus Freud und Leid. Wobei Gott mit uns ist „alle Tage bis an der Welt Ende“ (Matthäus 28,20) und uns hilft, jedes Leid zu überwinden und im Leid sogar Freude zu empfinden. Die Heiligen sprechen stets von der Freude, die aus dem Schmerz geboren wird, wenn wir uns dem heiligen Willen Gottes anvertrauen.

In diesem Jahr hat uns Gott wegen unserer Sünden in Rumänien und in anderen Teilen der Welt mit großen Überschwemmungen und Trockenheit gestraft, in Europa und Nordamerika wiederum mit einer Finanz- und Wirtschaftskrise größten Ausmaßes, die besonders schwerwiegende Konsequenzen haben kann. In all dem müssen wir die Zerbrechlichkeit und Verletzbarkeit des menschlichen Lebens erkennen, wie auch der Gesellschaft, in der wir leben. Keine Gesellschaft hat Chancen auf Überleben und Erfolg, wenn sie sich nur auf materielle Werte gründet: Geld, Gewinn, Profit, leibliche Freuden. Eine gesunde, harmonische und blühende Gesellschaft gründet primär – wie auch das Leben eines jeden von uns – auf geistlichen Werten, die aus dem Glauben an Gott erwachsen. Europa ist von Anfang an christlich geprägt und wird nicht überleben können, wenn es sich nicht immer wieder neu seiner eigenen geistlichen Identität vergegenwärtigt und die Werte des Evangeliums fördert: den Glauben an Jesus Christus als Erlöser der Welt, die Liebe zu Gott und zu den Menschen, woraus Respekt gegenüber der Identität jeder Person und gegenseitige Hilfe erwachsen, sowie die Reinheit des Lebens, Demut und Güte.

Die Geschichte zeugt davon, dass alle menschlichen Gesellschaften und Weltreiche immer an ihrem moralischen Verfall zugrundegegangen sind. Wenn wir heute in unserem Umfeld dieses große Ausmaß an Unmoral und Korruption sehen und dies (zumindest was die Unmoral betrifft) auch noch von den zivilen Gesetzen selbst gefördert wird, dann erkennen wir rasch, dass wir an einem Abgrund stehen, in den wir jeden Moment hinabstürzen können, jeder für sich und die Gesellschaft als ganze.

Meine geliebten geistlichen Kinder,

die Geburt unseres Erlösers Jesus Christus, ein geschichtliches Ereignis, das sich vor nunmehr 2000 Jahren zugetragen hat, stellt den größten Wendepunkt der Menschheitsgeschichte dar. Heute zählen fast alle Völker der Welt die Jahre in der Zeitrechnung „nach Christus“. Und der „Vater der christlichen Ära“, also derjenige, der zum ersten Mal die Zeitrechnung nach der Geburt des Herrn kalkuliert hat, war ein Ahne der Rumänen aus der Dobrogea, und zwar Dyonisius Exiguus (der Kleine oder Demütige, 460-545), der in diesem Jahr von unserer Kirche mit dem 1. September als Gedenktag heiliggesprochen wurde.

Das Ereignis der Geburt des Herrn ist bedeutend und einzigartig in dem, was es für die ganze Menschheit bedeutet: das Kommen Gottes in die Welt, Seine Fleischwerdung aus der Jungfrau Maria, die Offenbarung Gottes als Liebe oder Gemeinschaft von Personen: des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, die Offenbarung Gottes, der aus Liebe die Welt und den Menschen geschaffen hat, der aus Liebe Mensch geworden ist, gekreuzigt wurde und auferstanden ist und dabei die Menschen aus der Knechtschaft von Sünde, Tod und Teufels befreit hat. All dies sind die Gaben Gottes zu Weihnachten, der Geburt des Herrn, über die wir uns heute freuen und die wir heute feiern. Sicher ist jede Gabe als Geschenk unentgeltlich, sonst wäre es keine Gabe im Sinne eines Geschenkes mehr. Und trotzdem ist diese Liebe wechselseitig. Auf Liebe wird mit Liebe geantwortet. Wenn wir jemand ein Geschenk machen, dann freuen wir uns zuerst, dass unsere Gabe angenommen wird und demjenigen Freude schenkt, der sie empfängt. Und wir freuen uns noch mehr, wenn wir sehen, dass unser Geschenk von dem, der es erhält, auch recht genutzt wird, dass er dankbar für das erhaltene Geschenk ist und auf den Empfang des Geschenkes damit antwortet, dass er seinerseits anderen Gutes tut.

Genauso freut sich auch Gott, wenn wir Seine Gaben annehmen, wenn wir die Geburt des Herrn preisen und uns darüber freuen, wenn wir Seine Lehre aufnehmen, die Er uns geschenkt hat, Seine Hilfe und die Erlösung, die Er uns in den Heiligen Sakramenten der Kirche schenkt. Gott freut sich über unsere Wertschätzung, über unsere Dankbarkeit, die wir Ihm in unseren täglichen Gebeten entgegenbringen, vor allem, wenn wir in Frömmigkeit an der Heiligen Liturgie teilnehmen, welche ein einziges großes Dankgebet ist, das Gott durch Seinen Sohn, unseren Erlöser Jesus Christus dargebracht wird. Gott freut sich, wenn er sieht, dass wir uns bemühen, ein reines und heiliges Leben zu führen, dass wir unseren Nächsten helfen, dass wir einander lieben und dass wir das Licht unseres Glaubens auch unseren Nächsten übermitteln, die Ihn nicht kennen oder noch zu wenig kennen.

Meine geliebten geistlichen Kinder,

Am Anfang dieser Weihnachtspastorale habe ich den biblischen Text erwähnt: „Das Volk, das im Finstern wandelte, hat ein großes Licht gesehen; und denen, die saßen am Ort und im Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen.“ So heißt es auch im Troparion der Geburt des Herrn, das wir in diesen Tagen immer wieder singen: „Deine Geburt, Christus unser Gott, lässt der Welt das Licht der Erkenntnis aufscheinen…“ Und tatsächlich hat die Geburt des Herrn der Welt das wahre Licht gebracht, welches das göttliche in der Krippe von Bethlehem geborene Kind darstellt, Jesus Christus, der uns die vollkommenste Lehre gegeben hat, besiegelt mit Seinem Blut. „Ich bin das Licht der Welt. Wer Mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben“ (Johannes 8,12), sagt der Erlöser über Sich Selbst.

Leider kennt ein großer Teil der christlichen Welt von heute den Herrn Jesus Christus nicht mehr, auch Seine Lehre nicht, die allein befreit und erlöst. Die Gesellschaft, in der wir leben, bietet uns alle möglichen Idole an, um unsere Sehnsucht nach „des Fleisches Lust und der Augen Lust und einem hoffärtigen Leben“ zu befriedigen (1. Joh 2,16). Wenn wir diesen Idolen dienen, d.h. nur dem Geld, der Lust und dem Vergnügen nachlaufen, dann entfremden wir uns von Gott und schließen uns selbst ein in eine Welt ohne Horizont, die uns allmählich unsere Seele und dann auch den Leib tötet. Zur Entfremdung der Menschen von Gott trägt auch ein Teil der von der Europäischen Union geförderten Gesetze bei, vor allem in den moralischen Fragen, wie etwa die Freigabe der Abtreibung oder die Legalisierung der Ehen zwischen gleichgeschlechtlichen Personen, die nicht nur antichristlich sind, sondern auch inhuman durch ihre unglückseligen Konsequenzen für die Gesundheit der Menschen und der Gesellschaft.

Diejenigen, die den Erlöser Jesus Christus und Seine Lehre kennen und bewahren, werden von solchen Verirrungen bewahrt, sie leben in Seinem Licht, das alle ihre Wege erleuchtet. „Dein Wort  ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege“, sagt der Psalmist (Psalm 118, 105; westliche Zählung Ps. 119,105).

Doch damit die Menschen Gott und Seine Gebote kennen, um an Ihn zu glauben und von ihrem bösen Weg abzukommen, braucht es viel Mission von der Seite der Kirche. Sicher geschieht diese Mission vor allem in der Kirche durch die Feier der Heiligen Sakramente und durch die Predigt. Die in Frömmigkeit gefeierten heiligen Gottesdienste sind in sich didaktisch und katechetisch. Aus ihnen können wir mehr lernen als aus allen Büchern, vor allem wenn der Priester uns hilft, ihre tiefe und mystische Bedeutung zu entdecken. Doch diejenigen, die zur Kirche kommen, sind erfahrungsgemäß nur wenige im Verhältnis zu denen, die selten oder gar nicht zur Kirche kommen. Hier ist eindeutig eine individuelle und persönliche seelsorgerliche Betreuung notwendig und geboten. Der Priester muss persönlich in Kontakt bleiben mit allen Gläubigen seiner Gemeinde durch Besuche in den Häusern der Gläubigen, durch Briefe und telefonisch sowie mit Veröffentlichungen der Kirchengemeinde.Wie der Gute Hirte aus dem Heiligen Evangelium muss auch der Priester seine ganze Seele einsetzen für alle seine Gläubigen, vor allem für die Verirrten, die Gott und die Kirche vergessen haben. Denn der Gute Hirte lässt die neunundneunzig Schafe auf dem Berg und geht dem verirrten Schaf nach (Lukas 15,4).

In unseren Zeiten haben die Medien eine beherrschende Stellung eingenommen. So muss auch die Kirche die modernen Kommunikationsmittel nutzen, um den Menschen ihre Botschaft zu übermitteln. Vor allem wenn wir wissen, dass gerade durch die Massenmedien so viele Verirrungen und Versuchungen verbreitet werden, welche die Menschen von Gott fernhalten und zu allen möglichen Sünden noch anleiten.

Wir freuen uns, dass unsere Kirche, seit wir Seine Seligkeit Patriarch Daniel zum Oberhaupt haben, einen besonderen Akzent auf die christliche Mission durch die Massenmedien legen. So wurde auf Initiative Seiner Seligkeit 1998 der Radiosender „Trinitas“ ins Leben gerufen, der heute im ganzen Land sendet, sowie der Fernsehsender „Trinitas“, den auch wir in der Diaspora empfangen können. Auch veröffentlicht das Patriarchat nun die erste landesweite christliche Tageszeitung mit dem Titel „Lumina“ (dt. Das Licht). Gewiss wird diese Mission mit großer Mühe und auch hohem finanziellem Aufwand durchgeführt. Daher rufen wir alle Gläubigen und Gemeinden auf, sich an diesem missionarischen Wirken unserer Kirche zu beteiligen und diese Bemühungen der Kirche um die Verkündigung des Glaubens zu fördern (Spenden an: Patriarhia Română, IBAN: RO42RNCB0075004895030113, Cod BIC (SWIFT) RNCBROBU, Adresse: B-dul Unirii 63, Bl. F4, Sector 3, Bucureşti).

Wir erfüllen diese Mission auch, wenn wir im Namen Christi unseren Nächsten helfen, die in Not sind oder Leid erfahren haben. Wir freuen uns, dass unsere Rumänische Orthodoxe Kirche immer stärker ihren karitativ-philanthropischen Dienst ausbaut und vielen bedürftigen Menschen hilft. Auch in unseren Kirchengemeinden werden Anstrengungen in dieser Hinsicht unternommen. So legen wir Ihnen ans Herz, zu diesen Feiertagen unsere gemeinsamen Anstrengungen zu verstärken und das Projekt zur Versorgung der 258 Kinder von Valea Plopului (Kreis Prahova) zu unterstützen, um die sich Pfarrer Nicolae Tănase kümmert (Asociaţia Pro Vita pentru Născuţi şi Nenăscuţi, IBAN: RO70RZBR 0000 0600 0722 9028, Cod. BIC (SWIFT): RZBR ROBU, Adresse: Raiffeisenbank, Agenţia Victoria Bucureşti, Calea Victoriei nr. 21, corp. B, sector 3, cod 030023).

In der Hoffnung, dass Ihr Euch diese Worte der Lehre zu Herzen nehmt und Euch bemüht, Euch Gott immer mehr anzunähern und das Gute in der Welt zu vermehren, umarme ich Euch alle mit der heiligen Umarmung in dem Herrn Christus, Dem in der Höhle von Bethlehem Geborenen. Ich segne Euch in Seinem Namen und wünsche Euch auf das Herzlichste Gesundheit und Alles Gute.

Gesegnete Feiertage!

Auf viele Jahre! Ad multos annos!

Euer Euch allezeit Gutes Wünschender und für Euch zu Gott dem Herrn betender

† Serafim

Erzbischof und Metropolit

Übersetzung: Pfarrer Dr. Jürgen Henkel, Evang.-Luth. Kirchengemeinde Erkersreuth

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