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Kinderwunsch bringt Idee in Fahrt

Artikel von: Hersbrücker Zeitung, Dienstag, 7. Mai 2019

HERSBRUCK (kb) - Seit einem knappen halben Jahr hat das BRK Nürnberger Land ein Herzenswunsch Hospizmobil (wir berichteten). Jetzt hat der Wagen offiziell seinen Segen erhalten. Dass es ihn aber überhaupt gibt, ist letztendlich einem Achtjährigen zu verdanken.

Die Geschichte, die Notfallseelsorger und Pfarrer Klaus Klein vom BRK-Kreisverband Straubing bei der Fahrzeugsegnung an der Hersbrucker Rettungswache erzählt, rührt die vielen Gästen sichtlich: Ein achtjähriger, an Leukämie erkrankter Junge, der im Krankenhaus lag, hatte ihn sprechen wollen. Er habe einen Wunsch, sagte er zu dem Seelsorger. Er möchte auf den Friedhof gehen und sich seinen Grabstein aussuchen - für den Fall der Fälle. Und sein zehnjähriger, ebenso kranker Zimmergenosse wollte noch einmal nach Hause.
Ein Pfarrer kämpft
Pfarrer Klein war von den Wünschen der beiden Kinder derart ergriffen, dass er alle Hebel in Bewegung setzte. Doch, er stieß schnell an Grenzen. Für solche Transporte bestehe medizinisch keine Notwendigkeit, hieß es. Außerdem sei ein Rettungswagen für so etwas auch gar nicht vorgesehen. „Das wollte ich so nicht stehen lassen", erzählte Klein.
Er kämpfte weiter, fand schnell Verbündete, und siehe da: Heute gibt es nicht nur im BRK-Kreisverband Straubing ein Herzenswünsch Hospizmobil, das sterbenskranken Menschen Wünsche erfüllt, sondern auch im Berchtesgadener Land und seit einem halben Jahr eben im Nürnberger Land.
Bei letzterem ist Ministerpräsident Markus Söder der Schirmherr. Weil der jedoch verhindert war, kam Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml zur Feierstunde nach Hersbruck. Es gehe darum, Menschen in ihren letzten Monaten und Tagen nicht alleine zu lassen und ihnen aufzuzeigen, dass es durchaus Möglichkeiten gebe, sich auch in dieser Lebensphase noch Wünsche zu erfüllen, sagte sie. Genau dafür sei das Hospizmobil da. Sie hoffe, dass es viele Momente gebe, in denen Menschen trotz ihrer schweren Erkrankung mit einem Lächeln in den Wagen ein- und wieder aussteigen.
Es seien dabei oftmals ganz kleine Wünsche, die für die betroffenen Personen aber von großer Bedeutung sind, erklärte BRK-Vizepräsidentin Brigitte Meyer. Auf Landesebene habe sich deshalb vor nicht allzu langer Zeit der Verein „Letzter Wunsch" gegründet. „Sterben gehört noch immer zu den größten Tabuthemen in unserer Gesellschaft, dabei ist es Teil unseres Lebens", sagte Meyer.
Die Besatzung des Herzenswunsch-Mobils besteht übrigens aus ehrenamtlichen Kräften, darunter Sanitäter, Pflegekräfte, Notfallseelsorger und Ärzte. Hersbrucks Bürgermeister Robert Ilg wünschte dieser Mannschaft alles Gute bei ihren Einsätzen. Und auch Landrat Armin Kroder zeigte sich als Vorsitzender des BRK-Kreisverbands stolz auf das ehrenamtliche Team.
Begegnung mit Gott
„Wenn Sie Menschen in ihren letzten Tagen einen Wunsch erfüllen und sich mit ihnen im Herzenswunschmobil auf den Weg machen, dann ist Ihr Tun nicht nur vom Antlitz des dreifaltigen Gottes beschienen, sondern Sie begegnen auch in diesen kranken und leidenden Menschen dem Antlitz Gottes. Gleichzeitig aber erhellen Sie das Angesicht der Erde und unsere Gesellschaft mit dem Licht der Liebe", gab der Erzbischof der rumänisch orthodoxen Diözese von Deutschland, Metropolit Serafim, den Ehrenamtlichen mit auf den Weg. Er nahm in Anwesenheit verschiedener Geistlicher, darunter Hersbrucks katholischer Pfarrer Wunnibald Forster, die feierliche Segnung des Fahrzeugs vor. Das brach übrigens gestern zu einer Fahrt nach Rügen auf, um einer schwer kranken Schnaittacherin ihren Herzenswunsch zu erfüllen.
Die beiden Jungen, von den Pfarrer Klein erzählte, aber erlebten Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml überbrachte die Grüße von Ministerpräsident Markus Söder die Erfüllung ihrer Wünsche nicht mehr. Ihre Geschichte aber zieht dennoch weiter Kreise. Auch die BRK-Kreisverbände in Ingolstadt und Rosenheim denken inzwischen über die Anschaffung eines Herzenswunsch-Mobils nach.
Schwerkranke, die einen Herzenswunsch haben, können sich direkt beim BRK Nürnberger Land melden (Tel. 09123/94030, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder aber im Internet das Kontaktformular auf www.kvnl.brk.de ausfüllen.

Foto: Archiv der Metropolie