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 Ich freue mich, Seiner Exzellenz Macarie zum 10jährigen Jubiläum im bischöflichen Hirtendienst als Bischof der rumänischen Gläubigen in Nordeuropa meinen herzlichsten Dank und Segenswünsche aussprechen zu können. Ich tue dies in meiner Eigenschaft als hier zuständiger Metropolit, der in der Heiligen Synode der Rumänischen Orthodoxen Kirche den Vorschlag zur Gründung des Rumänischen Orthodoxen Bistums von Nordeuropa eingebracht und auch den jungen Priestermönch Macarie Drăgoi als Kandidaten für das Bischofsamt vorgeschlagen hat. Vater Macarie war damals Kathedralpriester an der Metropolitankathedrale von Klausenburg und Persönlicher Sekretär des großen Metropoliten Bartolomeu Anania.

 Im Jahre 1993 wurde auf Wunsch und Antrag einer Gruppe von Priestern und Gläubigen aus Deutschland die Rumänische Orthodoxe Metropolie von Deutschland, Zentral- und Nordeuropa gegründet. Deren erster Vorsteher wurde in München am 5. Juni 1994 im Rahmen einer festlichen Liturgiefeier installiert, zu der tausende von Gläubigen aus mehreren Ländern Mitteleuropas gekommen waren. Aufgrund der Vollmacht der Heiligen Synode wurden diese Göttliche Liturgie und die Einsetzung des ersten Metropoliten der neuen Metropolie vom heutigen Patriarchen der Rumänischen Orthodoxen Kirche, Seiner Seligkeit Daniel, geleitet, der damals Metropolit der Moldau und Bukowina war. Zum kanonischen Jurisdiktionsgebiet dieser neuen Metropolie gehörten sechs Länder: Deutschland, Österreich, Luxemburg, Schweden, Dänemark und Norwegen, ein sehr großes Gebiet, das nach allumfassender Präsenz des Metropoliten verlangte.

Im Laufe der Jahre wurde durch die Zunahme der Zahl an Pfarrgemeinden in diesen Ländern die Gründung eines neuen Bistums für die nordischen Länder notwendig. Der geeignete Moment dafür war nach der Wahl des neue Patriarchen der Rumänischen Orthodoxen Kirche in Person Seiner Seligkeit Daniel gegeben, der unmittelbar nach seiner Wahl einen breit angelegten Prozess zur Erneuerung der kirchlichen Strukturen startete, um die innere und äußere Mission der Kirche zu fördern. So hat die Heilige Synode die Gründung von fünf neuen Bistümern für die Diaspora beschlossen, darunter auch das Bistum von Nordeuropa. Am 5. Mai 2008 zum Diözesanbischof des neuen Bistums gewählt, wurde Seine Exzellenz Macarie am 6. Juli in Ermangelung einer eigenen Kirche der rumänischen Gemeinschaft dort in der serbischen Kathedrale von Stockholm als Diözesanbischof in sein Amt eingeführt.    

Die Wahl Seiner Exzellenz Macarie hat sich als wahre Gabe der Vorsehung erwiesen, denn der neue Hierarch erwies sich von Anfang an als erfüllt von missionarischem Geist, den ihm Gott der Herr geschenkt hat, von großer Liebe zu den Gläubigen, besonders zu den jungen Menschen, und bereit zu einem einfachen Leben gerade unter den Bedingungen dieses Bistums, verfügte doch das Bistum am Anfang über keinerlei finanzielle Basis. Der neue Bischof begnügte sich über Jahre damit, in einem bescheidenen Haus außerhalb der schwedischen Hauptstadt zu leben, das von der Familie Rumanescu großzügigerweise zur Verfügung gestellt wurde. Von hier aus startete er seine Missionsreisen, besuchte bestehende Pfarrgemeinden und deren Filialgemeinden, gründete neue Gemeinden (über 40) und auch zwei Klöster. Im Jahre 2011 gelang es ihm, eine Immobilie zu kaufen. Dort richtete er den Bischofssitz und das Bischofsamt ein sowie eine schöne Kapelle.

Alles hier ist bis kleinste Detail mit der Rafinesse des jungen Bischofs gestaltet, der ein Spezialist in der alten runämischen Volkskunst ist. Wer das Bischofshaus in Stockholm betritt, dringt in das traditionelle Universum der rumänischen Häuser ein, die von einer beeindruckenden Schönheit und Harmonie geprägt sind. In der Kapelle des Bischofsamtes werden regelmäßig Gottesdienste gefeiert, an denen häufig viele Gläubige nicht nur aus Stockholm, sondern auch aus anderen Städten Schwedens teilnehmen. Die Schönheit unserer Gotteshäuser selbst zieht zweifellos viele Gläubige an, die mit der Atmosphäre der traditionellen – mit Ikonen und Fresken geschmückten – Kirchen vertraut sind. Das erklärt auch die Tatsache, dass überall dort in der Diaspora, wo wir über eigene nach unserer traditionellen Ordnung geschmückte Kirchen verfügen, die Gläubigen in viel größerer Zahl an den heiligen Gottesdiensten teilnehmen als dort, wo wir diese in fremden Kirchen feiern.          

Seine Exzellenz Bischof Macarie wird von den Gläubigen für seine warme seelische Herzlichkeit geliebt, mit der er sich ihnen nähert, für seine Verkündigung, die von Herzen kommt, und für seine Anteilnahme an ihrem Leid. Wer hat nicht von seinen Besuchen des jungen Bischofs bei den Familien gehört, denen die Kinder weggenommen wurden unter dem Vorwurf, dass diese von den Eltern missbraucht worden seien? Die Gläubigen vergessen keine Wohltat, die ihnen vor allem seitens eines Priesters widerfahren ist, diese Wohltaten bringen sie im Gegenteil der Kirche noch näher! Bischof Macarie vergisst auch nicht die wenigen Gläubigen, die in entfernteren und schwer zugänglichen Gegenden des Landes leben, sondern er besucht sie und erfüllt dadurch die Worte des Herrn: „Der Gute Hirte läßt sein Leben für Seine Schafe” (Johannes 10,11) und „Der Gute lässt neunundneunzig (Schafe) in der Wüste und geht dem Verlorenen nach, bis er’s findet” (Lukas 15,4).   

Eine der wichtigsten Aufgaben eines Hierarchen in der Diaspora ist es, in den Herzen und Seelen der Gläubigen die Liebe zum Herkunftsland sowie zu den spirituellen und kulturellen Werten des Volkes zu pflegen. Dies geschieht durch Konferenzen zu bedeutenden Ereignissen unserer Geschichte und besonders durch Rüstzeiten und Pilgerreisen nach Rumänien. Seine Exzellenz Macarie erfüllt seine Mission mit viel Hingabe und in der Überzeugung, dass ohne eine geistliche Verwurzelung der Gläubigen – beginnend schon mit der Jugend – in den Traditionen des Volkes deren Glaube verwelkt. 

Geboren im Țibleș-Tal im Kreis Bistrița-Năsăud, in einer Gegend, in der die Traditionen unseres Volkes besser als in anderen Gegenden bewahrt wurden, erbt Bischof Macarie von seinen Eltern und Vorfahren einen tiefes Verständnis für die Geschichte unseres Volkes, die althergebrachen rumänischen Traditionen und unsere Volkskunst und Volkskultur. Es ist bekannt, dass Nordsiebenbürgen (die Kreise Maramuresch und Bistrița-Năsăud) zusammen mit der Bukowina eine besondere geographische und spirituelle Einheit bilden. Eine wichtige Rolle bei der Herausbildung dieser Einheit hatten die Wallfahrten zu den Reliquien des Heilgen Ioan cel Nou (Johannes der Neue) in Suceava. Diese Wallfahrten haben über Jahrhunderte die orthodoxe Frömmigkeit und die Liebe zum eigenen Volk geprägt und kultiviert. Es ist kein Wunder, dass der junge Marius Drăgoi innerlich der Moldau so verbunden war, dass er als Studienseminar Suceava wählte und als geistlichen Vater in seiner Jugendzeit Vater Ilie Cleopa vom Kloster Sihastria hatte, der ihm den Weg zum Mönchtum bereitete. Als Schüler im Umfeld des großen Metropoliten Bartolomeu konnte der junge Priestermönch Macarie schließlich lernen, was Akribie in den spirituellen und kulturellen Angelegenheiten wie in jenen der Verwaltung bedeutet.

Ich freue mich, dass Gott der Herr in den kalten Norden Europas einen Hierarchen mit warmem Herzen gesandt hat, der nicht nur die Herzen der hier in diesem Teil der Welt verstreut lebenden Rumänen erwärmen kann, sondern auch die Herzen der hiesigen Menschen.      

Metropolit Serafim

 

(Übersetzung aus dem Rumänischen: Jürgen Henkel, Selb)