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Liebe Brüder und Schwestern in Christus,

Ich freue mich sehr, am heutigen Tag an der Amtseinführung des neuen Hirten und Bischofs des armenischen Bistums von Deutschland, Seiner Exzellenz Serovpé (Isakhanyan), teilnehmen zu dürfen. Ich freue mich zugleich, Seiner Exzellenz heute ein Wort des Grußes und der Ermutigung für sein neues Amt zusprechen zu können. Als Nachfolger der Apostel trägt der Bischof auf seinen Schultern das größte Kreuzn, nämlich die „Sorge um die ganze Kirche“ (2. Korinther 11, 28). Er legt Rechenschaft ab vor Gott für alle ihm zur Seelsorge anvertrauten Seelen, der Priester wie der Gläubigen gleichermaßen, die er nicht anders gewinnen kann als  durch unendliche Liebe und Vergebung, indem er allen alles wird. 

Laut dem russischen Theologen Pavel Evdokimov beschränkt sich die Mission des Bischofs auf horizontaler Ebene auf die Diözese, die ihm anvertraut ist; auf vertikaler Ebene indes erstreckt sich seine Mission auf die ganze Kirche Christi, die nicht nur die Christen umfasst, sondern potenziell die ganze Menschheit und den ganzen Kosmos. Und so wie sich die ganze Menschheit und der ganze Kosmos im Herzen eines jeden Menschen rekapitulieren, ist jeder für alle und alles verantwortlich! Und der Bischof ist der erste, der das Bewusstsein der Verantwortung für alle und alles in sich trägt, ein Bewusstsein, das er auch in den Seelen seiner Priester und Gläubigen zu wecken bemüht sein wird.

Vor allem die Verantwortung um die Einheit der Kirche gehört zum Wesen des bischöflichen Hirtenamtes. In erster Linie wir als Bischöfe, aber auch alle Priester und Gläubigen müssen uns dessen bewusst sein, dass die Spaltung der Christen eine Sünde gegen den Heiligen Geist, den Geist der Gemeinschaft und der Einheit ist. Daher dürfen wir auch nie aufhören, dafür zu beten, dass der Wunsch des Erlösers Wirklichkeit werde, „dass wir alle eins seien“. Gleichzeitig müssen wir auch für die Einheit arbeiten und möglichst viele Gelegenheiten suchen, um zusammenzukommen. Das ökumenische Klima in Deutschland ist beispielhaft für alle Länder. Nirgendwo gibt es so viel Zusammenarbeit zwischen den Christen unterschiedlicher Kirchen und Konfessionen wie hier in Deutschland! Wir Orthodoxen freuen uns, dass der gegenwärtige Präsident der ACK in Deutschland ein Orthodoxer ist, Vater Constantin Miron, der auch heute hier anwesend ist.   

Wie Sie wissen wurde 1993 der offizielle theologische Dialog zwischen der Orthodoxen Kirche und den Altorientalischen Kirchen, zu denen auch die Armenische Kirche zählt,  abgeschlossen mit der Feststellung, dass diese beiden orthodoxen Kirchenfamilien denselben Glauben bezeugen. Die Rumänische Orthodoxe Kirche war die erste, die die Ergebnisse dieses Dialogs bestätigt und rezipiert hat.

Zwischen der Rumänischen Orthodoxen Kirche und der Armenischen Kirche bestehen schon seit dem 14. und 15. Jahrhundert historische Beziehungen, als sich auf dem Gebiet des heutigen Rumänien die ersten Gemeinden von Armeniern angesiedelt haben. Diese erfreuten sich der Religionsfreiheit und lebten in ausgeprägter Harmonie mit den orthodoxen Rumänen. Auch heute ist die armenische Gemeinschaft in Rumänien gut organisiert und sehr aktiv. Sie hat auch allen Armeniern den 1908 in Bukarest geborenen Patriarchen Wasgen I. geschenkt.

Die Teilnahme so vieler Vertreter der christlichen Kirchen, von Behörden und des öffentlichen Lebens bei der Amtseinführung Seiner Exzellenz Bischof Serovpé  heute ist ein Beweis für die Sympathie und den besonderen Respekt gegenüber der Armenischen Kirche und dem armenischen Volk, das am Anfang des 20. Jahrhunderts den ersten schrecklichen Genozid des Jahrhunderts erlebt hat! 

Gemeinsam mit den orthodoxen Hierarchen, den Mitgliedern der Orthodoxen Bischofskonferenz von Deutschland, bete ich darum, dass der Segen des Herrn auf Seiner Exzellenz Bischof Serovpé sowie den Priestern und Gläubigen der armenischen Diözese ruhen möge.

Ispola eti Despota! Ad multos annos! Auf viele Jahre, Exzellenz!

† Metropolit Serafim