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Der Fürst und seine junge Braut Gloria - Eine Ikone für Osteuropas Lkw-Fahrer

Glaube Weil immer mehr Reisende aus Rumänien oder Bulgarien dort die Grenze passieren, entsteht in der Autobahnkirche Waidhaus ein Ort der Verkündigung.

Von Jürgen Henkel, art. in: www.mittelbayerische.de, 24 März 2011

 

Waidhaus. Seit rund 20 Jahren gibt es offene Grenzen und freien internationalen Auto- und Schwerlastverkehr zwischen Ost und West. Nirgends wird das in Bayern deutlicher als an der Grenze zu Tschechien. In der Autobahnkirche Waidhaus zeigt sich das an den Einträgen im Gästebuch. Dort sind immer öfter rumänische, bulgarische, serbische oder russische Kommentare und Gebetsbitten zu finden. Sie stammen von orthodoxen Reisenden oder Brummifahrern aus Osteuropa, die in der Kirche eine Zeit der Ruhe und des Gebets suchen.

Das im 19. Jahrhundert erbaute Gotteshaus an der A 6, dessen Anfänge im 13. Jahrhundert liegen, dient seit 2004 offiziell als ökumenische Autobahnkirche. Die Initiatoren aus den katholischen und evangelischen Kirchengemeinden vor Ort verstehen sie als Brücke zwischen West und Ost. Künftig wollen sie der wachsenden Zahl orthodoxer Gäste noch stärker Rechnung tragen. Bereits seit 2002 befindet sich ein Kreuzweg mit 14 Stationen in dem Gebäude, den die rumänische Künstlerin Doina Mihailescu angefertigt hat, zwar im orthodoxen Stil, aber nach katholischen Modellen. Jetzt soll die Autobahnkirche eine authentische orthodoxe Ikone erhalten.

Dazu hat die rumänische Nonne Marina Muntean aus Nürnberg nach den Regeln der orthodoxen Ikonografie eine große Dreifaltigkeitsikone gestaltet. Die professionelle Ikonenmalerin gehört zum Kloster des rumänischen orthodoxen Erzbistums für Deutschland, Österreich und Luxemburg, das seinen Sitz in Nürnberg hat.

Kunstvoll, präzise und getreu der kirchlichen Vorgaben fertigte Muntean ihre Arbeit nach dem Vorbild der Dreifaltigkeitsikone von Andrej Rublev an. Nach ostkirchlicher Vorstellung zählt bei den Kunstwerken nicht die Individualität des Künstlers, sondern die darstellerische und künstlerisch-stilistische Treue zu den Vorbildern. Die Person des Ikonenmalers tritt hinter die Ikone zurück. In den Abbildern der Ikonen werden die Urbilder verehrt, in diesem Fall die Heilige Dreifaltigkeit. Die Ikonen haben im orthodoxen Verständnis die Rolle kleiner Altäre - ob in der Familie oder der Kirche. Sie dienen der Verkündigung.

Der rumänische orthodoxe Metropolit und Erzbischof Serafim von Deutschland, Zentral- und Nordeuropa wird die Ikone am 2. April bei einer ökumenischen Andacht weihen. 

Metropolit Serafim, der die lkone in Waidhaus einweihen wird, betreut von dort aus die rumänischen orthodoxen Christen in sechs Ländern. Als Erzbischof ist er direkt für sein Erzbistum Deutschland, Österreich und Luxemburg zuständig. Zu seiner Metropolie gehört ferner das Bistum von Schweden, Norwegen und Dänemark. Der 62-Jährige wirkt in etlichen ökumenischen Gremien mit und ist das Kirchenoberhaupt von rund 300 000 orthodoxen Rumänen in Deutschland.

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