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Ökumenische Vesper und Festakt in Regensburg

Am letzten Freitag (den 21. November 2014) wurde im Hohen Dom St. Peter in Regensburg eine ökumenische Vesper gefeiert, anlässlich der Verabschiedung des Konzilsdokuments über die Ökumene vor 50 Jahren. Das Dekret war am 21. November 1964 am Ende der dritten Sitzungsperiode des Zweiten Vatikanischen Konzils von den Konzilsvätern in Rom verabschiedet worden und trug den Titel „Unitatis redintegratio“. Die Verabschiedung von „Unitatis redintegratio“ wurde in allen deutschen Bischofskirchen gedacht.

 Dem Gottesdienst in Regensburg standen Dr. Rudolf Voderholzer, Bischof von Regensburg, Dr. Hans-Martin Weiss, Regionalbischof der evangelisch-lutherischen Kirche, der rumänisch-orthodoxe Pfarrer Alexandru Nan (Dekan der Rumänisch-orthodoxen Kirche in Bayern) und Pfarrer Friedrich Hohenberger als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (Regensburg) vor.

Die Regensburger Domspatzen, die Chorodia Basilios und ein Ensemble aus vier Regensburger Posaunenchören haben im Hohen Dom St. Peter den Vespergottesdienst musikalisch gestaltet. Auftakt der Feier bildete das gemeinsam gesprochene Glaubensbekenntnis.

In seiner Predigt erinnerte Bischof Voderholzer an die Ökumene des Leidens, der Märtyrer und des Bekenntnisses. Das gemeinsame Leiden hatte die getrennten Christen im Lauf des 20. Jahrhunderts etwa während der Zeit des Nationalsozialismus zusammengeführt. Er verwies auch an einem orthodoxen Neomärtyrer, Alexander Schmorell, der Mitglied der Weissen Rose Bewegung war.

Im anschließenden Festakt im Kolpinghaus Regensburg wurden mehrere Grussworte verlesen. Das Grusswort des Metropoliten Dr. Serafim Joantă wurde von Pfr. Alexandru Nan verlesen.

In seinen abschließenden Worten im Kolpinghaus bedankte sich Bischof Voderholzer für die Grussworte und erinnerte allen, dass „die Sehnsucht nach der Wiedererlangung der Einheit nicht das Hobby von ein paar Theologen sein soll, sondern der Wunsch des Herrn“. 

 

 

Hier das Grusswort des Metropoliten Dr. Serafim Joantă:

 

 

50. Jubiläum des Dekrets „Unitatis redintegratio“

 

„Exzellenz, sehr geehrter Herr Bischof, mit Bedauern, dass ich an diesem Abend nicht in Regensburg sein kann, übermittle ich durch Pater Alexandru Nan, den Dekan für Bayern der Rumänischen Orthodoxen Metropolie von Deutschland , Zentral- und Nordeuropa dieses brüderliche Grußwort zum heutigen Jubiläum: dem 50. Jahrestag seit der Promulgation des Dekrets „Unitatis redintegratio“. Das Zweite Vatikanische Konzil für die Katholische Kirche, aber auch für die anderen Kirchen, war ein prophetisches Ereignis: es hat die Kirche der Welt gegenüber geöffnet und definierte die Kirche als „Volk Gottes“. Die Kirche ist noch bevor sie Institution ist in erster Linie die lebendige Gemeinschaft des Volkes Gottes, das sich an einem Ort versammelt, um Gott Lob und Dank darzubringen, dem Vater des Lichts, von dem alle guten Gaben und jede vollkommene Gabe zukommt (Jakob 1,17), und um die Eucharistie zu feiern, die uns mit Christus und untereinander eint. Das Zweite Vatikanum hat außerdem auch die Konziliarität oder Synodalität in der Kirche erneuert, also den Dialog auf allen Ebenen: lokal, regional und universal. Die Konzilsväter haben sich bei diesen Definitionen von der Tradition der Alten Kirche inspirieren lassen, die in der Orthodoxen Kirche immer lebendig geblieben ist.

 

Das Konzil konnte auch nicht das Drama der großen Spaltung der Christen übergehen, die ihr Zeugnis in der Welt schwächt oder sogar ins Gegenteil verkehrt. Das Dekret „Unitatis redintegratio“ ist ein Dokument von großer theologischer und geistlicher Tiefe. Seine Lektüre vertieft in dem gläubigen Menschen das Streben und den Wunsch nach christlicher Einheit. Der Wunsch Jesu vor Seiner Passion, wie er im Hohepriesterlichen Gebet an den Vater zum Ausdruck kommt, „dass alle eins seien“, muss als Sein Letztes Testament betrachtet werden, das kein Christ ignorieren kann. Einer der Pioniere der Ökumenischen Bewegung sagte einmal, dass Gott uns Christen von heute oder jene von morgen nicht danach richten wird, dass wir die christliche Einheit nicht verwirklicht haben – die nur der Heilige Geist herbeiführen wird, wenn die Herzen aller nach Einheit brennen –, sondern uns danach richten wird, dass wir unsensibel geblieben sind gegenüber dem Wunsch und Gebet des Erlösers, „dass alle eins seien“, und wir Gefallen gefunden haben an der schrecklichen Sünde der Spaltung; er wird uns danach richten, dass wir nicht leiden infolge dieser Sünde und nicht von ganzem Herzen beten, dass Gott uns vergibt und den Tag der Einheit aller schneller herbeiführen möge. Die Sünde der Spaltung bedrückt uns alle. Grundsätzlich leben wir alle gespalten, das beginnt mit der innerlichen Spaltung, die sich dann in der Familie, der kirchlichen Gemeinschaft und der Gesellschaft widerspiegelt. Genau aus diesem Grunde  unterstreicht das Dekret in Kapitel II unter Punkt 7, „dass es keine wahre Ökumene ohne innere Bekehrung gibt“, ohne Anerkennung der Sünde und grundlegende Umkehr zu Gott. Ohnehin ist die ständige Umkehr zu Christus oder Buße eine konstante Dimension des christlichen Lebens.

 

Die orthodoxe geistliche Tradition lehrt uns, dass jede Sünde – selbst nur in Gedanken – die innere Einheit des Menschen berührt  oder sogar zerstört, die sich in seinem Herzen konzentriert. Und aus dem Herzen greift die Spaltung nach außen über. Wenn die Sünde sich wiederholt und zur Gewohnheit oder zum Laster wird, dann wächst darüber auch die Spaltung des Herzens nach dem Maß der Sünde und wird dauerhaft. So erlebt der Mensch ein wahres innerliches Drama. Die Mächte des Bösen ergreifen die Herrschaft über die gewöhnliche Seele durch die Sünde. Damit das Herz seine innere Einheit wiederfindet, braucht es viel Glauben und Gebet. Das Gebet ist das einzige Mittel, mit dem der Intellekt (Geist), der eine Energie des Herzens ist, von seiner Zerstreuung im Äußerlichen abgehalten werden kann, um in sein „Zuhause“ zurückzukehren, also in das Herz. Wenn beim Gebet oder bei Meditation über das Wort Gottes der Intellekt im Herzen konzentriert ist und darin so lange als möglich verweilt, dann stellt die Taufgnade die Einheit des Herzens wieder her. Und das Zeichen der Einheit des Herzens ist die Wärme der Liebe für die ganze Menschheit und die ganze Schöpfung. Alles lebt im reinen Herzen, das von der Sünde und den Leidenschaften befreit ist.

 

Ich glaube, dass zur Wiedererlangung der christlichen Einheit im Blick auf das, was von uns Menschen abhängt, nichts stärker als die ehrliche Buße und das tiefe Gebet jedes Gläubigen beitragen kann. Die Bemühung unserer Theologen muss immer von deren eigener Buße und deren eigenem Gebet wie auch der Bekehrung und dem Gebet des ganzen Volkes Gottes begleitet sein.

 

Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit!

 

† Metropolit Serafim von Deutschland, Zentral- und Nordeuropa, Nürnberg” 

 

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