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Verleihung des „Kreuzes der Heiligen Brȃncoveanu-Märtyrer“ an Seine Exzellenz Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern

Artikel von Pfr. Dekan Alexandru Nan

(aus der Webseite des Rumänischen Kirchenzentrums in München)

Am Abend des 5. Februar hatten die rumänisch-orthodoxen Gläubigen bei der Andacht in der Kirche „St. Johannes der Täufer“ des Kirchenzentrums in München einen erlesenen Gast in ihrer Mitte. Weihbischof Sofian von Kronstadt war Gastgeber Seiner Exzellenz Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland/EKD. Seine Eminenz Metropolit Serafim verlieh ihm die höchste Auszeichnung der Rumänisch Orthodoxen Metropolie für Deutschland, Zentral- und Nordeuropa – das „Kreuz der Heiligen Brȃncoveanu-Märtyrer“.

Unsere Kirche ehrt am 5. Februar die Heilige Agatha und die Heilige Teodula. Die rumänisch-orthodoxe Gemeinde in München war an diesem Abend von festlicher Stimmung erfüllt. Die Andacht wurde von Seiner Exzellenz Sofian von Kronstadt, Weihbischof des Erzbistums von Deutschland, Österreich und Luxemburg in der Kirche „St. Johannes der Täufer“ gefeiert. Es nahmen Seine Eminenz Serafim, Metropolit von Deutschland, Zentral- und Nordeuropa, die rumänischen Priester aus München und Umgebung, weitere orthodoxe Geistliche sowie zahlreiche rumänische Gläubige teil. Der festliche Anlass war die Einladung Seiner Exzellenz Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland/EKD, an dieser orthodoxen Andacht teilzunehmen und anschließend die hohe Auszeichnung unserer Metropolie zu empfangen.

Im Anschluss an die Andacht hielt Seine Eminenz Metropolit Serafim eine Predigt, in der er in Kürze auf die Lage der in Deutschland lebenden orthodoxen Rumänen einging. Zahlreiche von ihnen sind hoch qualifiziert und haben in Deutschland eine neue Heimat gefunden. Sie sind vor oder nach der rumänischen Revolution nach Deutschland gekommen und stammen oft aus Mischehen mit Siebenbürger Sachsen oder Banater Schwaben ab, die einst in Rumänien lebten. Die Rumänisch Orthodoxe Kirche in Deutschland hat somit die zentrale Aufgabe, diese Menschen und ihre Familien seelsorgerisch zu betreuen. Seine Eminenz Metropolit Serafim sprach auch über die Rolle unserer Kirche in Deutschland. Der Freistaat Bayern hat unserer Rumänisch Orthodoxen Metropolie als erstes Bundesland die Körperschaftsrechte verliehen. Seine Eminenz Metropolit Serafim dankte auch für die Unterstützung der evangelischen und katholischen Gemeinden, die ihre Kirchen den rumänisch-orthodoxen Gemeinden in Deutschland zur Verfügung stellen. So ermöglichen sie die Feier rumänisch-orthodoxer Gottesdienste in zahlreichen Städten. Seine Eminenz Metropolit Serafim erinnerte ebenso an die hervorragenden Beziehungen zwischen der Rumänischen Orthodoxen Kirche und der Evangelischen Kirche von Deutschland, die seit 1979 einen fruchtbaren Dialog pflegen.

Seine Eminenz Metropolit Serafim ist überzeugt, dass die orthodoxen Rumänen, die in Deutschland leben, nicht nur die Aufgabe haben, ihren Beitrag zum Wohlstand des Landes zu leisten, sondern auch ein lebendiges Zeugnis von der orthodoxen Spiritualität und Frömmigkeit abzulegen. Unsere heutige Welt ist von Belastungen und Stress geprägt. Gerade deshalb brauchen die Christen die Kraft und den Mut, die aus einem vergeistigten Leben entspringen, das von Gebet und Askese, von der Versenkung des Verstandes ins Herz geprägt ist. Darin werden letztendlich alle physischen und psychischen Energien erneuert. Seine Eminenz betonte auch, dass sich unsere Kirche in Deutschland nicht in ein ethnisches und konfessionelles Ghetto einschließen will, denn die Orthodoxie ist von einem integrativen und nicht von einem exklusivistischen Charakter geprägt.

Der zeremoniellen Verleihung des „Kreuzes der Heiligen Brȃncoveanu-Märtyrer“ ging die Laudatio für den evangelischen Bischof Heinrich Bedford-Strohm voran. Diese wurde von Seiner Eminenz Metropolit Serafim verfasst und von Seiner Exzellenz Bischof Sofian verlesen.

In der Lobrede wurde an die Anfänge der rumänischen Metropolie in Deutschland sowie an ihre aktuelle Lage erinnert. Es wurde für die Unterstützung der Evangelisch Lutherischen Kirche gedankt, die den Erwerb des Grundstücks in der bayerischen Hauptstadt ermöglichte. Hier werden eine rumänisch-orthodoxe Kirche in byzantinischem Stil, ein Bischofssitz, ein Kloster sowie ein Gemeindezentrum für die hier ansässigen Rumänen entstehen. In München befindet sich doch die größte Gemeinde der Metropolie in Deutschland.

Der Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm wurde auch für seine besondere religiöse und soziale Tätigkeit in Deutschland gelobt. Nicht nur in Bayern, sondern auch in ganz Deutschland gehört Seine Exzellenz zu den Persönlichkeiten der Evangelischen Kirche und der zeitgenössischen Theologie, insbesondere auf dem Gebiet der Soziallehre. Schließlich wurde der unermüdliche Einsatz des Landesbischofs Bedford-Strohm für christliche Werte und soziale Belange der Kirchen in unserer pluralen Welt hervorgehoben. Seine klaren Stellungnahmen in Fragen der Soziallehre und des sozial-diakonischen Engagements der Kirche in der Gesellschaft finden in Politik und Medien, Wirtschaft und Gesellschaft größte Zustimmung.

Pfarrer Alexandru Nan, Dekan in München, machte auf die Persönlichkeit der Heiligen Brȃncoveanu-Märtyrer sowie auf ihren Platz in der Geschichte und Spiritualität des rumänischen Volkes aufmerksam. Er erinnerte ebenfalls an das Vermächtnis des Fürsten, der den Glauben an Christus über alle materiellen Interessen und sogar über sein eigenes Leben stellte.

Anschließend überreichte Seine Eminenz Metropolit Serafim das „Kreuz der Heiligen Brȃncoveanu-Märtyrer“ Seiner Exzellenz. Dieser brachte in seiner Dankesrede zum Ausdruck, dass er sich hierdurch geehrt fühle. Tief bewegt war er von der Aussage Seiner Eminenz Metropolit Serafim, der „Verstand sei eine Energie des Herzens“. Folglich brauchen wir heute mehr denn je diesen Dialog der Kirchen, der aus dem Gebet entspringt und der zu einer „Ökumene des Herzens“ werden möge. Er erinnerte auch an seine erste Begegnung mit Seiner Eminenz Metropolit Serafim vor einigen Jahren, als er noch Professor an der Universität in Bamberg war.

Die Feier zur Überreichung der hohen Auszeichnung klang im Gemeindesaal in herzlicher Atmosphäre aus, wo ein Empfang zu Ehren des Vertreters der Evangelischen Kirche stattfand.

Am 7. Januar 2015 wurde von Seiten unserer Metropolie dieselbe hohe Auszeichnung an Seine Eminenz Kardinal Reinhard Marx, römisch-katholischer Erzbischof von München und Freising und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz/DBK verliehen.

Das „Kreuz der Heiligen Brȃncoveanu-Märtyrer“ ist die höchste Auszeichnung des Erzbistums für Deutschland, Zentral- und Nordeuropa. Sie wurde 2012 durch den Diözesanrat ins Leben gerufen und wird an Personen verliehen, die sich durch ihren außerordentlichen Einsatz für das geistliche Leben des Erzbistums in Zentraleuropa einsetzen.

Übersetzung ins Deutsche von Leonore Maria Pflanzer

 

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